Wissenswertes kompakt

- Heu sollte ca. 70 % der Nahrung ausmachen
- Kaninchen nehmen bis zu 80x am Tag kleine Portionen zu sich, sodass ständig genug Futter zur Verfügung stehen sollte
- Heu unterstützt den natürlichen Zahnabrieb und sorgt für eine gesunde Darmflora
- Grundsätzlich sollte Heu aus rohfaserreichen Gräsern bestehen
- Heu macht nicht dick
- Ein Kaninchen frisst ca. 25 kg Heu im Jahr
- auch in der Grünfutterperiode sollte Heu ausreichend vorhanden sein

Heuarten / Schnitt
Als erstes Unterscheidungsmerkmal dient der Zeitpunkt der "Heuernte", also der Zeitpunkt, an dem das Gras/die Wiese geschnitten wird. Unterschieden wird zwischen 1. Schnitt und 2. Schnitt, dieser wird auch als Grummet bezeichnet. Auch alle weiteren Schnitte werden als Grummet bezeichnet, die weiteren Wiesenschnitte sind allerdings für die Heimtierernährung nicht unbedingt geeignet, manche Wiesen werden bis zu 5 x im Jahr gemäht, das so gewonnene Heu ist nährstoffarm und eignet sich eher für Silage.
Der 1. Schnitt wird im Idealfall ab Juni geerntet. Erst dann ist der Rohfasergehalt relativ hoch und das Gras enthält Grassamen, welche hochwertigeres Protein und Fette, die für die Kleintierernährung wichtig sind, liefern. Erst ab Mitte Juni ist auch der Kalzium/Phosphorgehalt im Heu optimal für Kleintiere. Der erste Heuschnitt ist meist sehr grob und holzig. Im Frühling wachsen die Gräser auf einer Wiese sehr viel schneller in die Höhe als die Kräuter. Deshalb ist im Heu des 1. Schnitts sehr viel Gras im Verhältnis zu den Kräutern. Allerdings nehmen der Standort, der Schnittzeitpunkt, die Wachstumsbedingungen und auch die Grassorten hier auch großen Einfluss auf die Struktur des Heus. Es gibt auch Heu vom ersten Schnitt, dass wesentlich feiner ist.
Beim 2. Schnitt ist das Verhältnis von Heu zu Kräutern verändert. Da die Gräser im Sommer langsamer und dünner wachsen, bei der Ernte also relativ kurz sind, ist der Grasanteil geringer und das Gras ist feiner. Kräuter, Blüten und grobe Blätter sowie Kräutersamen wachsen nach dem ersten Schnitt besser und sind also in größeren Mengen enthalten. Somit ist der 2. Schnitt protein- und nährstoffreicher als der 1. Schnitt.
Für die Kleintierernährung ist eine Mischung aus 1. und 2. Schnitt sinnvoll. Der 1. Schnitt ist den meisten Meerschweinchen und Kaninchen etwas zu grob, bietet aber die benötigte Rohfaser. Der 2. Schnitt ist feiner und wird lieber gefressen. Er bietet auch mehr Nährstoffe. Allerdings: bei hohem Kräuteranteil und wenn er früh gemäht wird ist er als Alleinfutter zu proteinhaltig und begünstigt damit Aufgasungen.

  

Nährwerte?
Die Erntezeit, das Wetter, die Trocknung, die Anbaufläche, sowie die Grassorte und vieles mehr sind für die Qualität und den "Nährwert" vom Heu entscheidend. Es können also für Heu nur grobe Analysewerte angegeben werden. Es enthält durchschnittlich 8 - 16 % Rohprotein, 22 - 35 % Rohfaser, bis zu 3 % Kalzium und 1 - 2 % Phosphor.

Informative und umfassendere Informationen zur Haltung, Ernährung und weiteren Fragen erhaltet Ihr bei kaninchenwiese.de.

Oft gefragt: Was ist wenn mein Kaninchen kein Heu fressen mag?!

Wenn die Kaninchen trotz mangelnder Grünfutteraufnahme die Heuaufnahme ganz verweigern, kann das durchaus am Heu liegen! Nicht jedes Kaninchen mag jedes Heu! Es ist zu empfehlen, das Heu einfach mal mit Trockenkräutern (vorzugsweise mit solchen, die das Kaninchen mag) zu mischen. Wenn diese Mischung einige Tage in einer verschlossenen Tüte aufbewahrt werden, nimmt das Heu den Geruch der Kräuter an und wird dann evtl. lieber gefressen.

Fast alle Kaninchen bevorzugen die Heuaufnahme vom Boden, dies entspricht ihrer natürlichen Haltung bei der Futteraufnahme. Deshalb sollte grundsätzlich immer auch Heu auf dem Boden angeboten werden, entweder in einer Schale oder in einer sauberen Ecke, selbstverständlich muss es regelmäßig erneuert werden.

Heu dient nicht ausschließlich der Sättigung, sondern hält insbesondere durch den hohen Rohfaseranteil den Darm in Schwung und nützt dem Zahnabrieb der Backenzähne wenn es zermahlen wird. Zudem enthält es viele Mineralien, Vitamine und hochwertige Fette. Darüber hinaus ist es ein gutes Beschäftigungsfutter.

Heu muss täglich zur freien Verfügung im Gehege verfügbar sein. Die Raufen sollten täglich geleert und neu befüllt werden, damit die Kaninchen aus dem vorhandenen Heu das Beste selektieren können. Kaninchen sollten nicht gezwungen werden, alle Bestandteile eines Heus aufzufressen, denn somit würden minderwertige Bestandteile aufgenommen werden. Ähnlich wie auf einer Wildwiese, selektieren die Kaninchen selbst und daher ist es durchaus normal, wenn auch mal die Hälfte des Heus liegen bleibt. Auch bei durchgehender Fütterung von frischem Gras- und Kräutern ist es sinnvoll, zusätzlich Heu und Grummet anzubieten!